Samstag, 23. Januar 2010

Management by XMV und I.S.S.O.


Ersetzt man im Terminus "Management by X" das X durch ein beliebiges Wort aus dem Duden, hat man eine etwa 20%ige Chance, den Titel eines Bestsellers zu treffen sowie eines Beratungsthemas, das einige Zeit "hip" war und mit dem gutes Geld verdient wurde. (Verwendet man englischsprachige Begrifflichkeiten, steigt die Wahrscheinlichkeit dramatisch an, selbstverständlich auch in Bezug auf deutschsprachige Literatur.)

Hier möchte ich nun zwei X'e ergänzen, die man nicht im Duden findet, die aber umso relevanter für die Praxis sind. 

Management by XMV
Die XMV-Methode kommt leider immer seltener zum Einsatz, ist sie doch so unglaublich wirkungsvoll und naheliegend. Der Fachterminus XMV steht für den Xunden MenschenVerstand - ein Gut, dessen Bedeutung auf dem Papier jeder anerkennt, in der Praxis dies dann aber gerne unter den Tisch gekehrt wird. Dabei ist auf so viele Fragen dieser Welt die Antwort schlicht XMV: Je besser unser Konsens und gemeinsames Verständnis, desto weniger muss explizit formuliert oder spezifiziert werden - vieles ergibt sich schlicht per "XMV". In diesem Sinne ist XMV ein starkes Deduktionsprinzip, das vielfach unterschätzt wird!

Management by I.S.S.O.
I.S.S.O. scheint ein spezielles Konzept zu sein, das sich aus der natürlichen Trägheit ableitet. Die "I.S.S.O."-Methode bildet das wissenschaftlich solide Fundament der im Volksmund als "Iss so"-bekannten Erkenntnis, das manche Dinge einfach so sind wie sie sind und daher ein Hinterfragen keinerlei Sinn ergeben kann. Der entscheidende Vorteil dieses Ansatz ist, dass er eine Pauschalantwort auf nahezu jede unliebsame Frage liefert und damit insbesondere hilft, gezielte Systemstörungen zu verhindern. Wenn das Panik-P angesichts drohender Change-Prozesse zu leuchten beginnt, kann die "I.S.S.O."-Methode richtig ausgespielt eine mächtige Waffe sind. ("Mit I.S.S.O. tötet man wirkungsvoll jeden Pinguin".)

2 Kommentare:

  1. Es gibt ein Problem an XMV-Projekten: Sie müssen immer 100%ig XMV sein, in jeder Beziehung und das hört spätestens bei der Rechnung auf. Deshalb funktionieren sie meist nicht.

    "Aber das diese Funktion dazu gehört ist doch klar. Das steht zwar nicht in der Spezifikation aber das ist doch XMV." Schon klar. niX Mit Verstand?

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  2. Jörg, Du hast damit sicherlich recht, wenn Du Dich wirklich auf XMV-Projekte (konkret, wie wir es kennen, IT-Projekte) beziehst. Dort ist aber m.E. das Problem, dass es nicht die gemeinsame Basis, Sprache und Denkwelt zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer gibt, die XMV ermöglicht.

    Ich beziehe mich hier auf Management by XMV, nicht Projekte. Das ist m.E. etwas anderes, da sich hier sehr wohl eine solche Denkwelt herstellen lässt, die dann wiederum sinnvolles XMV'en ermöglicht!

    Danke aber in jedem Fall für den Hinweis.

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