Sonntag, 20. Dezember 2009

My Daily Photo


Die Idee könnte einfacher kaum sein: Ich möchte zukünftig jeden Tag mit einem Foto "archivieren", quasi eine Momentaufnahme, die diesen Tag beschreibt oder eine Besonderheit des Tages dokumentiert. Hier geht es also um Beschränkung und Entscheidung; es darf nur genau ein Bild sein (und, nebenbei, dieses muss natürlich auch geschossen werden).

Wozu man sowas macht? 
Nun, geht es Ihnen nicht auch so, dass die Zeit vorbeizurauschen scheint und es haufenweise wunderbare Erinnerungen gibt, die viel zu selten reaktiviert werden? Fotoalben (digital oder gebunden, egal) sind ein wertvolles Instrument um besonderer Augenblicke nochmal aufleben zu lassen; typischerweise beschränkt sich das aber auf Hightlights wie Hochzeiten und Urlaubsreisen - der Alltag wird hingegen vernachlässigt.

Meine erste Idee war, einen digitalen Bilderrahmen und nutzen und dort mit Versatz von genau einem Jahr ein Bild darzustellen, das den Tag vor genau einem Jahr bildlich beschreibt. Das setzt aber natürlich voraus, dass man für jeden Tag eine entsprechende Erinnerung "archiviert" hat. Und genau dies möchte ich mit "My Daily Photo" bezwecken.

Die Bilder werde ich, so meine technische Vorstellung, mit einem Versatz von einem Tag twittern und ein spezielles Hashtag zur Kennzeichnung nutzen. Namen im Stil "My Daily Picture" oder "My Daily Photo" drängen sich geradezu auf - und siehe da, es gibt tatsächlich schon eine Community myDailyPhoto.com, die genau meine Idee umsetzt (für die ich selbstverständlich keine exklusiven Anspruchsrechte erwartet habe). Diese Community ist allerdings noch recht klein (<400 Mitglieder), so dass ich mich vorerst für den Weg über Twitter entschieden habe.

Weiter geht's mit Pragmatismus: Eine Twitter-Suche nach #mdp (my daily photo) liefert wenige Treffer, die Suche nach #mydp gar keine - damit ist die Entscheidung gefallen.
Ich werde also das Hashtag #mydp (und meinen Twitter-Account twitter.com/gero_presser) nutzen um jeden Tag ein Bild zu archivieren, das für mich den Tag zusammen fasst. Und spätestens in einem Jahr kann ich dann anfangen, diesen Content für Dinge wie den nostalgischen Bilderrahmen (heute vor einem Jahr) zu nutzen.

Warum man sowas öffentlich via Twitter macht?
Gute Frage. Ein wenig digitaler Exibitionismus gepaart mit Experimentierfreudigkeit und einem tiefen Glauben an die Relevanz sozialer Netze sind wohl zumindest Bestandteile der Antwort.

Los geht's dann spätestens zum 1.1.2010 - ein wunderbares Datum für die "Produktivsetzung" von #mydp...

2 Kommentare:

  1. Dann hegst du also die Hoffnung, dass deine Tweets mindestens eine Jahr lang aufbewahrt werden? Ehrlich gesagt, sehr optimistisch, naiv und deutlich gegen die Arbeitsweise von Twitter welches sich ja versucht möglichst nahe nur auf das "jetzt" zu beziehen. Eine Twitter-Web-Suche nach dem Begriff "QuinScape" fördert bei mir aktuell maximal sechs Tage alte Tweets zu Tage, aber ich meine den Begriff auch früher schon mal auf Twitter gesehen zu haben. "Older tweets are temporarily unavailable."

    Ich würde lieber http://mydailyphoto.com/ oder einfach Picasa nutzen. :-)

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  2. Der Hinweis ist berechtigt; vielleicht hätte ich dazu sagen sollen, dass ich Picasa nutze ;-) (Twitter ist nur die Selbstdisziplin der Auswahl eines Bildes, nicht die Archivierung.)

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