Kontrolliere es bevor es Dich kontrolliert.
Wir sind bereits heute im Grunde alle immer erreichbar, unsere Aufmerksamkeit ist unser kostbarstes Gut - und wir müssen diese bewusst und kontrolliert verteilen. Diesem Versuch laufen Unterbrechungen (bei Computer spricht man meist von Interrupts) zuwider - diese stören uns bei einer Tätigkeit (die unsere Aufmerksamkeit erfordert) und bewirken einen Kontextwechsel. Wenn die Unterbrechungen dann unterbrochen werden kann sich das zu einer geschäftigen Kontextwechselorgie aufschaukeln, bei dem die Aufmerksamkeit ständig wandert, nirgendwo aber verbleibt.
Jede Bewegung bewirkt eine entsprechende Gegenbewegung:
Kontrolliere es bevor es Dich kontrolliert.
Die vielen Dienste rund um "Social Media" sind wichtig, ändern die Art und Weise wie wir kommunizieren nachhaltig und erhalten gerade in Deutschland jetzt erst nachhaltig Einzug in unser Leben. Umso wichtiger, mit diesen Dingen vernünftig umzugehen.
Wie einfach ist es doch ansonsten, von Facebook über Twitter, dem Tweetdeck, kurz mal XING, ein Blick in Google Wave um von den E-Mails dann schnell noch zum Instant Messaging zu wechseln.
Mit der richtigen "Kontrolle" experimentiere ich noch, bislang auch noch ohne den Durchbruch. Klar ist mir aber, dass sich die Bedienung weg von Push (ich mache einen Kontextwechsel sobald etwas neues da ist) hin zum Pull (ich rufe kontrolliert die neuen Dinge ab) entwickeln muss. Möglicherweise genügt es, periodisch die unterschiedlichen Kanäle abzurufen, zum Beispiel 4x am Tag E-Mail, 2x am Tag Facebook, 1x am Tag XING etc.
Entschleunigen also. Und wenn schon entschleunigen, dann richtig und mit Vollgas.
Laut WIKIPEDIA bedeutet Entschleunigung das Folgende:
"Mit Entschleunigung wird ein Verhalten beschrieben, aktiv der beruflichen und privaten „Beschleunigung“ des Lebens entgegenzusteuern, d. h. wieder langsamer zu werden oder sogar zur Langsamkeit zurückzukehren."
...und weiter:
"Die Entschleunigung zeigt Wesensmerkmale der Faulheit und Muße, ohne wie diese negativ besetzt zu sein."
(Danke @brocksrocks für den Hinweis auf diesen besonders kuriosen und zutreffenden Teil der Definition.)
In diesem Sinne scheint sie mir artverwandt mit dem Verkaufsschlager Wellness zu sein. Und tatsächlich scheinen sich immer Menschen hierfür auch zu interessieren, noch heute habe ich - dankenswerterweise - von einem alten Bekannten aus der Finanzbranche Grüße erhalten, die zu einem nicht unerheblichen Anteil dies zum Thema hatten.
Für Entschleunigungstipps bin ich übrigens dankbar. In diesem Sinne öffne ich jetzt eine leckere Flasche Rotwein und freue mich auf ein gutes, altes Buch, in dem ich nun den Rest des Abends schmökern werden...


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